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Schreibwolff-Magazin

Jan-Geert Wolff

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Live bei 3sat: Volker Pispers & Gäste

Inmitten des närrischen Trubels der fünften Jahreszeit ging man bei 3sat mit „Volker Pispers & Gäste“ live auf Sendung und präsentierte damit nicht nur den Altmeister politischen Pointe, sondern vor allem den preisgekrönten und vielfach ausgezeichneten Nachwuchs.

Den Anfang macht Lokalmatador Tobias Mann, der diesmal ohne Klampfe und Klavier, dafür aber mit einer scharfer Prise Politik aufwartet. In seinen Augen hat sich nicht nur das Kabarett verjüngt, sondern auch die CSU: „Huber, Beckstein und der spritzige Frauenverbraucherminister Seehofer!“

In Richtung SPD poltert Mann gegen „Knut Beck – stark behaart, ein bisschen tapsig und kurz vor der Auswilderung“. Mit ihrem aktuellen Vorsitzenden hätten sich die Sozialdemokraten vom „intellektuellen Lebemann Gerhard“ befreien wollen, dafür jetzt aber einen Chef, der nur im Sessel Eindruck hinterlasse.

In Hessen sei dahingegen in Kochs Wahlkampf offenbar alles „mit rechten Dingen“ zugegangen. Für Mann ist der CDU-Politiker schlicht eine Laune der Natur – „wie Heuschrecken, Hungersnot und Überschwemmung“. Fazit: Der Mainzer Comedian ficht zwar mit scharfem Degen, zeigt aber auch auf erfrischende Weise, dass die Politikverdrossenheit manch unterhaltsames Ventil zu öffnen vermag.

Aus Österreich begrüßt Volker Pispers Klaus Eckel, der sich am Flügel mit allerlei Gegenständen befasst, ihnen Namen gibt und somit Leben einhaucht. Wie ein großes Kind sitzt der schlaksige Wiener da an der Tastatur und singt mit großen Augen vom Verkehrsschild Heinz, Zwieback Anton, Kondom Kurt und Schokoriegel Edgar, der als Vierter im Bunde bei der Aktion „Bezahl‘ drei und krieg‘ einen umsonst“ Minderwertigkeitskomplexe entwickelt.

Eckel erzählt seine Miniaturgeschichten mit überraschenden Wendungen und lässt das Unscheinbare und Kleine groß raus kommen.

Das letzte Wort haben wortwörtlich Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg, die als Duo „Ohne Rolf“ aus der Schweiz mit plakativen Dia- und Monologen das Publikum beredt schweigend begeistern: Ihre Gespräche sind quasi eine Reminiszenz an die Gutenbergstadt, finden sie doch „nur“ in gedruckter Form statt. Dabei wird diskutiert, gestritten und sogar per Handy miteinander kommuniziert – ein abgekartetes Spiel in Schönschrift, für das Anderhub und Wolfisberg eine 1 mit Sternchen verdienen.

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