Villa Musica: Zufriedener Rück- und neugieriger Ausblick
MAINZ – Normalerweise denkt und plant man in der Landesstiftung nicht in Jahren sondern in den einzelnen Saisons wie der laufenden mit dem Motto „Wie ein Naturlaut“. Das letzte Konzert im vergangenen Jahr im Mainzer Stammhaus bot jedoch auch die Möglichkeit, die 2008er Höhepunkte im Angebot von Villa Musica Revue passieren zu lassen und auf die kommenden zu blicken.
Vor 14 Jahren war das Publikum der ersten Einladung auf die Bastei gefolgt, um den Silvesterabend im stimmungsvollen Ambiente der Villa über den Dächern von Mainz zu erleben. Damals spielte die 16-jährige Pianistin Marianna Shirinyan, die aus Armenien kommend von Villa Musica einen Übungsraum zur Verfügung bestellt bekam. Heute zählt die ARD-Preisträgerin 2006 zu den bedeutenden Pianistinnen und kam als frühere Stipendiatin gerne wieder nach Mainz. Begleitet wurde sie dabei von der Geigerin Andrea Kim, die ebenfalls Stipendiatin von Villa Musica war und den Förderpreis der Stiftung errang.
Nach Beethovens „Frühlingssonate“, Brahms‘ „Thuner Sonate“ und der „Carmen-Fantasie“ nach Bizet von Franz Waxman waren die Konzertbesucher nicht nur zu kleinen Köstlichkeiten und guten Tropfen aus der Schlossküche in Engers eingeladen, sondern hatten auch die Möglichkeit, sich über das kommende Jahr in der Villa Musica zu informieren. Und das hält wiederum einige Höhepunkte parat.
Interessanteweise konnte Kurt Karst als Geschäftsführer von Villa Musica den Rückblick und die Vorschau fast im gleichen Atemzug formulieren, denn die erfolgreichen Reihen der Stiftung wie „Musik in Burgen und Schlössern“, das Pfingstfestival in Engers, die Open Air-Konzerte am gleichen Ort, das Kindertheater und natürlich RheinVokal (in Kooperation mit dem SWR) waren 2008 Publikumsmagneten und werden sicherlich auch im neuen Jahr wieder viele Besucher anlocken.
Besonders erfreut zeigte sich Karst über den Erfolg des Angebotes für Kinder, das sich in Engers das ganze Jahr über hoher Beliebtheit erfreut und in Mainz im vergangenen Jahr erstmals bereits im November begonnen wurde: „Das war so gut wie immer ausgebucht“, erläuterte Karst die Motivation, diese Offerte erneut zu intensivieren: „Hier ist ganz klar ein Bedarf, Kunst und Kultur auch schon den ganz kleinen Zuschauern zu vermitteln.“ Und die seien davon begeistert gewesen: „So eine Ruhe! Über eine Stunde! Und das mit 60 Kindern und 40 Erwachsenen“, erinnert sich Karst erinnert sich Karst begeistert an die Aufmerksamkeit des jungen Publikums. In Mainz denkt man jetzt darüber nach, das musikalische Kindertheater in Zukunft von Oktober bis März oder April anzubieten: „Die Kinder sind absolut begeistert.“
Das Programm für das sommerliche Open air-Festival 2009 in Schloss Engers steht ebenfalls „schon fast“. Wenn die Tinte auf allen Verträgen getrocknet ist, wird Villa Musica in sechs Veranstaltungen Stars wie Semino Rossi, Helen Schneider und Gitte Hænning präsentieren. 20 Konzerte sind es bei RheinVokal, in denen Villa Musica vom 18. Juni bis zum 19. Juli 2009 bereits zum fünften Mal die besten Interpreten der internationalen Vokalszene zum Festival an den Mittelrhein einlädt.
Und neben dem kammermusikalischen Pfingstfestival, das sich vom 29. Mai bis zum 1. Juni 2009 mit Konzerten, Vorträgen und kulinarischen Leckereien bekannten und unbekannten Werken widmen wird, bietet Villa Musica allen Fastnachtsüberdrüssigen vom 20. bis zum 23. Februar 2009 (Rosenmontag) ein „Kulturwochenende zu Brahms am Rhein“ an: Das Ensemble Villa Musica spielt an drei Tagen in vier Konzerten alle Duosonaten und fast alle Triosonaten von Johannes Brahms. „So was macht sonst keiner“, wirbt Kurt Karst für das musikalische Alternativprogramm zum närrischen Treiben und fügt mit Blick auf die diversen Konzertreihen von Villa Musica hoffnungsvoll hinzu: „Wenn das läuft…“


