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Schreibwolff-Magazin

Jan-Geert Wolff

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Ein Sommer voller Musik

OESTRICH-WINKEL – Schon bevor das Rheingau Musik Festival am 26. Juni 2010 mit Gustav Mahlers zweiter Sinfonie – interpretiert von Camilla Tilling (Sopran), Lilli Paasikivi (Mezzosopran), den Chören des Bayerischen und Norddeutschen Rundfunks sowie dem Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks unter der Leitung von Paavo Järvi – beginnt, sind bereits 75 Prozent der Karten verkauft.

Für viele der über 150 Konzerte an 42 Spielstätten sind von den 125.000 Billets noch rund 33.000 Tickets erhältlich, die das potentielle Publikum ab sofort auch unter der Telefonnummer 01805 743464 (für 14 Cent pro Anruf aus dem Festnetz der Deutschen Telekom) wochentags von 9.30 bis 17 Uhr bestellen kann.

Mit dem aktuellen Kartenkontingent zeigt sich das Festival von der Wirtschaftskrise unbeeindruckt: 10.000 Tickets mehr als 2009 und damit agenauso viele wie 2006 befanden sich zu Vorverkaufsbeginn im Angebot. Die Auslastung der Konzerte betrug im vergangenen Jahr 93,9 Prozent.

Das 23. Rheingau Musik Festival findet vom 26. Juni bis zum 28. August 2010 statt. Themenschwerpunkte sind in diesem Jahr die 200. Geburtstage von Robert Schumann und Frédéric Chopin, das „Festival Spezial: Oper“ sowie das Komponistenporträt der finnischen Künstlerin Kaija Saariaho.

Auch in diesem Jahr darf sich das Publikum wieder auf erlesene Konzerterlebnisse mit den Größen der internationalen Musikszene freuen: Klangkörper wie das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden, die Lautten Compagney Berlin oder die Polnische Kammerphilharmonie, Gesangssolisten wie Angelika Kirchschlager, Thomas Hampson oder Christian Gerhaher, renommierte Chöre wie Cantus Cölln oder der RIAS Kammerchor und Instrumentalisten wie Hille Perl (Gambe), Anne-Sophie Mutter (Violine) oder Martin Stadtfeld (Klavier) gestalten ein vielfältiges Programm, das keine Wünsche offen lassen dürfte.

Gleiches gilt für die einzelnen Konzerte: Stilistische Vielfalt ist auch in diesem Jahr eines der prägnanten Markenzeichen des Festivals. Das Angebot reicht von Alter Musik über große sinfonische Werke, Chorkonzerte, Kammermusik und Rezitals bis hin zu Jazz-Konzerten, musikalisch-literarischen Abenden und Veranstaltungen für das jüngere Publikum.

Jubilare
Ihren 200. Geburtstag könnten Robert Schumann und Frédéric Chopin 2010 begehen – stellvertretend lädt das Rheingau Musik Festival zu mehreren hochkarätigen Konzerten ein, um diese beiden Meister zu feiern. Höhepunkte sind hier sicherlich das Schubertsche große Chorwerk „Das Paradies und die Peri“, das am 10. Juli in Kloster Eberbach mit dem Köllner Kammerchor und dem Collegium Cartuseanum unter der Leitung von Peter Neumann zur Aufführung gelangt sowie der Klaviermarathon mit den internationalen Preisträgern Mizuka Kano, Cédric Pescia und Avan Yu am 21. Juli in Schloss Reinhartshausen. Auch anderer Jubilare wie Gustav Mahler und Hugo Wolf, die 2010 150 Jahre alt geworden wären, gedenkt das Festival mit diversen Konzerten.

Fernweh
Ein besonderes Thema, dem sich das Rheingau Musik Festival 2010 widmet, ist das Fernweh. Dieses Gefühl spiegelt sich unter anderem in den Konzerten mit den Vokalisten von Chinquecento (am 23. Juli in Eibingen), dem Ensemble Schirokko (am 12. August in Geisenheim) und dem Ensemble Amarcord (am 19. August auf Schloss Johannisberg).

„Festival Spezial: Oper“
Das „Festival Spezial: Oper“ rückt mit vier Konzerten ein opulentes Genre in den Mittelpunkt: Am 15. und 16. Juli feiert Gioachino Rossinis „Diebische Elster“ als Produktion der Kammeroper München im Kurhaus Bad Schwalbach Premiere, am 31. Juli entführt das Ensemble der National Academy of Chinese Theatre Arts das Publikum im Frankfurter Zoo-Palais das Publikum mit der „Nachtigall“ in fernöstliche Welten, am 5. August ist „Penelope la castra“ in Kloster Eberbach als konzertante Oper zu hören und am 22. August dürfen sich die Kinder in Schloss Johannisberg auf den „Fliegenden Holländer“, eine Produktion der Taschenoper Lübeck, freuen.

Komponistenportrait 2010
Bevor sich die finnische Komponistin Kaija Saariaho der Musik zuwandte, begann sie das Studium der Malerei und Bildenden Künste. Als spätere Schülerin des einflussreichen finnischen Kompositionslehrers Paavo Heininen schwor sie dem konventionellen Tonsetzen ab und folgte seinem Rat, sich mit der Abstraktion reiner Instrumentalmusik zu beschäftigen. Ab 1982 studierte Saariaho am Pariser Institute de Recherche et Coordination Acoustic/Musique von Pierre Boulez computergestützte Komposition, Tonarbeit und Live-Elektronik. Das Rheingau Musik Festival präsentiert die finnische Künstlerin am 22. Juli in Schloss Johannisberg im Gespräch und am Folgetag im Wiesbadener Kurhaus unter anderem mit ihrem 2008 entstandenen Werk „Laterna Magica“ für Orchester.

„Rendezvous mit…“
Neu im Rahmen des Festivals sind die Begegnungen mit Künstlern, die unter dem Titel „Rendezvous mit…“ an drei Abenden dem Publikum erlauben, mit großen Interpreten auf Tuchfühlung zu gehen. Musikmoderatorin Katharina Eickhoff begrüßt in der intimen Atmosphäre in der Kelterhalle des Weinguts, das dem Festival heute in Oestrich-Winkel als Büro dient, den Dirigenten Christoph Eschenbach (am 12. Juli), den Percussionisten Martin Grubinger (am 17. August) und den Pianisten Menahem Pressler.

Informationen zu den einzelnen Konzerten sowie die Möglichkeit, Restkarten zu ordern finden sich im Internet unter www.rheingau-musik-festival.de.

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