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Schreibwolff-Magazin

Jan-Geert Wolff

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151 Konzerte mit 180 junge Musikern in 42 Orten

MAINZ (29. Juni 2010). Fast scheint es, als wolle die rheinland-pfälzische Landesstiftung Villa Musica immer wieder neue Rekorde aufstellen: Derzeit werden mehr Stipendiatinnen und Stipendiaten denn je gefördert. Nutznießer sind hierbei aber nicht nur die 180 jungen Musiker, sondern auch die Konzertbesucher: 151 Veranstaltungen in 42 Städten und Gemeinden des Landes stehen auf dem Saisonprogramm, das jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Der im Mai gewählte, neue Vorstandsvorsitzende der Landesstiftung, Kulturstaatssekretär Walter Schumacher (SPD), unterstrich, dass die Arbeit von Villa Musica „ein gutes Beispiel für das Bildungsland Rheinland-Pfalz“ sei. Dem Prinzip des gemeinsamen Musizierens von Dozenten und Stipendiaten in Kurs und Konzert, auf dem die Arbeit von Villa Musica basiert, hat sich auch der stellvertretende Künstlerische Leiter der Stiftung, Prof. Kalle Randalu, verschrieben.

Da die Federführung bei der Erstellung des neuen Saisonprogramms maßgeblich in seinen Händen lag, trägt es an vielen Stellen auch seine Handschrift. So findet sich Wolfgang Amadeus Mozart als heimlicher Favorit des Pianisten immer wieder. Flankiert werden die „Klassiker der Klassik“ dabei stets von moderneren Kompositionen, was Randalu für äußerst wichtig hält. Auch ermögliche die Kursarbeit von Villa Musica den Veranstaltungspartnern, allein schon organisatorisch anspruchsvolle Werke für mehrere Musiker aufzuführen.

121 Kammerkonzerten und sechs Gastauftritten des Ensembles des traditionellen chinesischen Rundfunkorchesters stehen 21 Konzerte für Kinder gegenüber, mit denen Villa Musica weiterhin verstärktes Engagement für das junge Publikum dokumentiert: Sowohl in Engers als auch in Mainz finden zwischen September 2010 und Mai 2011 monatlich spannende Musiktheater-Veranstaltungen statt, deren wachsende Besucherzahlen für den Erfolg der Idee stehen.

Erstmals steht das Saisonprogramm übrigens ohne ein bestimmtes Motto da. Der bewusste Verzicht sei das Ergebnis einer intensiven Diskussion im Künstlerischen Beirat, erklärte Prof. Klaus Arp als Künstlerischer Leiter von Villa Musica. Verzichten muss dass Publikum dennoch auf keinen roten Faden: „Die großen Werke der Kammermusik, Entdeckungen vergessener Komponisten und die Musik der Gegenwart – das sind unsere Themen.“

Umgesetzt werden diese unter anderem von einigen Villa Musica-Debütanten in den Reihen der Dozentinnen und Dozenten, darunter David Geringas (Violoncello) und Bruno Schneider (Horn) sowie bereits bekannten Gästen wie Thomas Brandis (Violine) und Sabine Meyer (Klarinette). Auch in einer weiteren Runde von „Cours et Concours“ können die teilnehmenden jungen Ensembles namhafte Lehrer begrüßen: 2010 richten sich diese Meisterkurse an Bläserquintette, wofür Villa Musica den Fagottisten Klaus Thunemann gewinnen konnte, und an Duos aus Klavier und Geige, die von Stephan Picard (Violine) unterrichtet werden. In Abschlusskonzerten stellen sich die Teilnehmer dem Urteil einer fachkundigen Jury und dem des Publikums. Die Preisträger erhalten die Chance, im Frühjahr und Sommer 2011 bei Villa Musica Konzerte zu geben. In diesem Jahr finanzieren die „Freunde der Villa Musica“ den Durchlauf von „Cours et Concours“.

Ergänzt wird das abwechslungsreiche Saisonprogramm auch durch Jubilar-Konzerte für Arvo Pärt und Dieter Schnebel sowie das Angebot kleiner Festivals: Erstmals lädt Villa Musica über die Weihnachtsfeiertage nach Schloss Engers, wo vom 24. bis zum 26. Dezember 2010 mit Christoph Bielefeld (Harfe), Erika Leroux (Klavier) und dem Blockflötenduo „Discorsi Saloretti“ drei Konzerte stattfinden. Als Alternative zum rheinischen Karneval bietet sich an den „tollen Tagen“ vom 4. bis zum 7. März 2011 ein Beethoven-Wochenende in Engers an, wo das Ensemble Villa Musica in fünf Konzerten lohnenswerte Einblicke in das Œuvre des Komponisten gibt. Auch 2011 setzt Villa Musica die Tradition des Pfingst-Festivals fort, an dem vom 10. bis zum 13. Juni die französische Kammermusik im Mittelpunkt steht. Alle Festival-Angebote sind auch pauschal mit Übernachtungs- und Menü-Offerte buchbar.

Neben den bekannten Spielstätten gastiert Villa Musica 2011 erstmals an drei neuen Orten: dem Congresszentrum Frankenthal, dem Rathaus der Landeshauptstadt Mainz und dem Museum für PuppentheaterKultur (PuK) in Bad Kreuznach. Auch im Kurfürstlichen Palais Trier wird Villa Musica weiterhin präsent sein, wo man auch als Partner des renommierten Mosel Musikfestivals auftritt.

Als Mitträger der Landesstiftung engagiert sich der Südwestrundfunk mit acht eigenen Konzerten in Trier und Edenkoben, wobei fünf Veranstaltungen mitgeschnitten und ein Konzert live übertragen wird. Peter Stieber lobte als Leiter der SWR2-Musikredaktion die gute Kooperation mit Villa Musica, die auch in Zeiten des Sparzwangs gepflegt werde.

Spektakulärer Auftakt der neuen Saison dürfte die Fahrt des Klangzugs „Sounding D“ sein, der als Projekt von „Netzwerk Neue Musik“, dem auch Villa Musica angehört, durch Deutschland fährt und am 3. September 2010 in Mainz und Neuwied Halt machen wird.

Das illustrierte Saisonprogramm kann kostenlos bei Villa Musica unter der Telefonnummer 06131 9251800 oder via Mail unter info@villamusica.de bestellt werden.

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