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40 Jahre Jazzclub Rheinhessen

RHEINHESSEN (16. Februar 2026). Einer der abwechslungsreichsten Musikstile ist der Jazz und spiegelt damit bestens die Vielfalt Rheinhessens wider. Dass es gerade diese Klänge sind, die das Konzertleben in der Region mitprägen, ist nicht zuletzt das Verdienst des Jazzclubs Rheinhessen e. V., der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert.

Laut Vereinssatzung geht es dem Club um „die Pflege, Verbreitung und Förderung des traditionellen Jazz‘ in Verbindung mit anderen kulturellen Aktivitäten“. Die Idee dazu kam den Gründern während eines klassischen Konzerts im Rahmen der Wörrstädter Bachwoche 1984: Im Publikum saßen auch ein paar Jazzfreunde, die sich schon zuvor regelmäßig in Lawalls Weinstube zum Fachsimpeln getroffen hatten, darunter die Gründungsväter des Jazzclubs Hans Günter Schweers und Peter Lawall. Schnell folgte man dem Impuls, noch im gleichen Jahr ein eigenes Konzert zu veranstalten: mit heißen Rhythmen aus New Orleans, in Lawalls Scheune gespielt von der legendären Barrelhouse Jazzband.

Mit der Vereinsgründung war ein Startschuss gegeben, der bald auch in der Szene gehört wurde: Zu Gast war mittlerweile jeder, der Rang und Namen hat, darunter Dave Brubeck, Klaus Doldinger, Albert und Emil Mangelsdorff oder Chris Barber mit seiner Band, die Jackson Singers, Les Haricots Rouges oder der Boogie-Woogie-Star Axel Zwingenberger.

Abseits der in der Satzung vorgeschriebenen Kulturpflege versteht sich der Verein mit seinen aktuell rund 200 Mitgliedern als „Vermittler eines Lebensgefühls“, erklärt der Vorsitzende Ferdinand Utner. Und das will man auch mit anderen teilen: Das Vereinsleben ist vor allem ein klingendes, verbindet die Musik aber auch gerne mit gemeinsamen Aktivitäten wie dem beliebten Riverboat-Shuffle, der in diesem Jahr am 28. Juni auf der „Vater Rhein“ ab Bingen startet. Nicht nur zu diesem Konzert kommen Clubmitglieder in den Genuss verbilligter Tickets. Anlässlich des Jubiläumsjahrs wirbt der Verein aktuell mit einem um 40 Prozent reduzierten Beitrag für Neumitglieder.

Nach dem ausverkauften Auftakt mit den „Katzen“ im Januar geht es am 7. März um 19.30 Uhr weiter mit der AZ-Big-Band, um in der Alzeyer Stadthalle mit den Greatest Hits bekannte Jazzmusiker wie Quincy Jones oder Duke Ellington zu feiern. Klassischen New-Orleans-Jazz gibt es dann am 21. März um 20 Uhr in der Wörrstädter Neubornhalle, wo die Band „Nina´s Rusty Horns“ in Vergessenheit geratenes Repertoire von Blues-Ladys wie Bessie Smith, Merline Johnson oder Memphis Minnie präsentiert.

Moderner Groove-Jazz ist dann am 11. April um 19.30 Uhr mit „Vento“ im Klein-Winternheimer Ratssaal zu erleben, denn der Club hat sich nicht nur die Pflege des traditionellen Jazz‘ auf die Fahne geschrieben, sondern stellt gerne auch zeitgenössische Klänge und neue Bands vor: „Jazz hat ein sehr breites Spektrum und ist über die Jahrzehnte einfach jung geblieben“, betont Ferdinand Utner und kündigt an, dass man mit Ingelheim, Ebersheim und Bodenheim auch neue Spielstätten entdecken wird.

Tickets und Informationen zu den Jubiläumsterminen und allen anderen Veranstaltungen des Jazzclubs Rheinhessen e. V., darunter am 6. Juni um 20 Uhr in der Partenheimer St. Georgenhalle mit Kai Podack und der Grand Central Bigband ein Tribute-Konzert für den 2016 verstorbenen Roger Cicero, gibt es im Internet unter https://www.jazzclub-rheinhessen.de/.

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