» Musik

Festival steht für Vielfalt

OESTRICH-WINKEL (20.Februar 2025). Als das Rheingau Musik Festival jüngst zur Programm-Pressekonferenz geladen hatte, war der Kartenvorverkauf nur wenige Stunden zuvor gestartet. Rund 40.000 der insgesamt 140.000 Karten hatten sich bereits die Mitglieder des Fördervereins dank Vorkaufsrecht gesichert, doch auch so war der Run beachtlich: Etwa 5.000 Karten wurden bis zu Beginn der Konferenz verkauft, 7.000 waren es nur eine Stunde später. Das Rheingau Musik Festival ist nicht nur gut durch die Pandemie gekommen: Nachfrage und Interesse an den Konzerten ist laut Leitung größer denn je.

Und das hat seinen Grund, den man in einem Wort zusammenfassen kann: Vielfalt. In seinem 38. Jahr präsentiert das Festival einmal mehr beachtliche Breite an Stilen, die Konzerte sind besetzt mit Stars und hochkarätigen Talenten, das Programm ist bunt und deckt laut Programmplaner etwas mehr als 60 Prozent mit rein klassischen Konzerten ab. Schließlich lautet der Slogan ja „Sommer voller Musik“ und nicht „Sommer voller Klassik“. Aber auch für den Freund von Bach, Brahms oder Beethoven ist das Angebot groß. Ansonsten denkt das Festival nicht nur künstlerisch, sondern auch wirtschaftlich. Seit Jahren liegt der Gesamtetat bei acht Millionen Euro, das Festival ist privatwirtschaftlich finanziert und lebt von Sponsoren sowie treuen Konzertbesuchern. Und die dürfen sich auch 2025 auf ein mehr als spannende Programm freuen.

Auch in diesem Jahr hebt das Festival wieder ausgewählte Musikpersönlichkeiten besonders hervor: Fokus-Künstlerinnen und -Künstler sind die Jazz-Sängerin Dee Dee Bridgewater, der Violinist Renaud Capuçon und der Gitarrist Thibaut Garcia sowie der Dirigent Andrés Orozco-Estrada. Der Akkordeonspieler Martynas Levickis ist ebenfalls Fokus-Künstler und stellte seine Gastspiele während der Konferenz persönlich vor. Die fünf bereichern das Festival jeweils mit mehreren Konzerten und ausgefeilten Programmen. Zudem setzt das Rheingau Musik Festival in elf Konzerten seinen Schwerpunkt „Tanz in Musik“ und beleuchtet das Sujet auf direkte und indirekte Weise.

Wer zum Festival anreist, wird thematisch auch gleich Richtung iberische Halbinsel wieder weitergeleitet: Im Rahmen des Länderschwerpunkts „Spanien“ erklingen nicht nur bekannte Kom¬positionen der spanischen Musikgeschichte, sondern auch die einzigartigen Rhythmen charakteristischer Kastagnetten und Gitarrenmusik. Authentizität ist angesagt, wenn spanische Musikerinnen und Musiker ihre persönlichen Klangfarben aus ihrer Heimat mit auf die zahlreichen Festivalbühnen bringen, auf denen auch der traditionelle Flamenco seine Pracht in Klang und Bewegung entfaltet. Passend zu diesem Länderschwerpunkt erklingt in gleich neun Konzerten Musik aus und rund um Georges Bizets Oper „Carmen“. Als weiteren Komponisten rückt das Festival Maurice Ravel in den Mittelpunkt, dessen 150. Geburtstag die Musikwelt 2025 feiert. Allein ihm und seinem Œuvre werden elf Konzerte gewidmet.

Zu Gast in diesem Sommer sind einmal mehr weltweit bedeutende Musikerinnen und Musiker wie Daniel Barenboim, Till Brönner, Hilary Hahn, Daniel Hope, Philippe Jaroussky, Nils Landgren, Lang Lang, Igor Levit, Jan Lisiecki, Bruce Liu, Xavier de Maistre, Anne-Sophie Mutter, Gianna Nannini, Andreas Scholl, Abel Selaocoe, Grigory Sokolov, Kian Soltani, Rolando Villazón oder Sarah Willis. Auch sind die besten Vokal- und Instrumentalensembles vertreten, darunter der MDR-Rundfunkchor, der Tenebrae Choir, das Vokalensemble Rastatt, der Windsbacher Knabenchor, Canadian Brass, die Festival Strings Lucerne, das Gershwin Piano Quartet, das Kammerorchester Basel, das Orchestre de Chambre de Lausanne, Quatuor Ébène und das Stuttgarter sowie das Zürcher Kammerorchester. An weiteren Spitzenorchestern sind unter anderem die Bamberger Symphoniker, die Deutsche Kammerphilharmonie, das hr-Sinfonieorchester, die Münchner Phil-harmoniker das Orquesta Nacional de España, das Royal Philharmonic Orchestra, die Sächsische Staatskapelle Dresden sowie das West-Eastern Divan Orchestra zu erleben.

An 27 Spielstätten kann das Publikum zwischen dem 21. Juni und dem 6. September insgesamt 154 Konzerte erleben. Hauptveranstaltungsorte sind wie gewohnt Schloss Johannisberg, Kloster Eberbach, Schloss Vollrads und das Kurhaus Wiesbaden. Dazu kommen Kirchen und Weingüter im Rheingau, Rheinhessen und Wiesbaden. In der Stadthalle in Oberursel und im Museum Reinhard Ernst in Wiesbaden ist das Rheingau Musik Festival 2025 erstmalig zu Gast.

Auch das 38. Rheingau Musik Festival verdankt seine Durchführung zahlreichen Sponsoren: LOTTO Hessen engagiert sich in diesem Jahr erneut als Hauptsponsor, Co-Sponsoren sind die Fürst von Metternich Sektkellerei und die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) in Verbindung mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen. Insgesamt 100 Unternehmen zeigen hier kulturelles Engagement. Zudem unterstützt der Förderverein das Festival mit aktuell rund 4.600 Mitgliedern. Medienpartner des Festivals sind der Hessische Rundfunk sowie Deutschlandfunk, die Deutsche Welle und arte.

Das fast 170 Seiten starke Festivalprogramm liegt sowohl in gedruckter Form als auch digital vor: https://www.yumpu.com/de/document/read/69705098/festivalprogramm-2025.

zurück