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Schreibwolff-Magazin

Jan-Geert Wolff

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Georges Moustaki singt bei Alzeyer „da capo!“-Festival

Es ist noch gar nicht so lange her, da war Georges Moustaki auf großer Deutschland-Tournee, um seine 2005 eingespielte CD „Vagabond“ zu präsentieren; große Hallen galt es hier zu füllen, was nicht immer gelang: In der Frankfurter Alten Oper sang der „Wanderer“ vor vielen leeren Reihen – zum Open air-Auftritt im Rahmen des Festivals „da capo!“ im Alzeyer Schlosshof konnte Moustaki hingegen deutlich mehr Gäste begrüßen.

Dass das Wetter pünktlich zum Wochenende wieder sein sommerliches Gesicht zeigte, unterstrich denn auch äußerst gut den mediterranen Charakter des Konzerts: An diesem Abend wurde das Schloss zum Château und der Park zum Jardin. Und irgendwie passen die Lieder, die von Liebe und Freiheit singen, auch viel besser in dieses Ambiente: Hier, vor historischer Kulisse, hatten seine Verse und Klänge, denen die Weite der Welt innewohnt, einen anderen Schimmer als in der Sterilität eines großen Konzertsaals.

Dem Barden merkte man diesen Stimmungswechsel auch an: Er wirkte gelöst, seine Lieder muteten intimer an. Der Sound Band war gut ausgesteuert und bildete mehr als nur den akustischen Hintergrund, vor denen der Kosmopolit von seinen Sehnsüchten und Geschichten sang: Neue Lieder und Altbekanntes wie „Le temps de vivre“ oder „Il y avait un jardin“.

Mittlerweile ist der Wanderer in der – nicht nur musikalischen – Welt über 70 Jahre alt; doch wo die Mehrzahl seiner Zeitgenossen ihren Ruhestand genießt, kann und mag man sich dies bei ihm so gar nicht vorstellen: Seine bewegte Biographie birgt offenbar zu viel, was noch immer in Verse geschmiedet erzählt und in Klänge gegossen gesungen werden will.

Da stört es auch nicht, wenn die Stimme nicht mehr die Intensität von einst besitzt und gelegentlich die Intonation auf den Kopf stellt – an Überzeugungskraft mangelt es ihr nicht. Die Glaubwürdigkeit liegt in der Aura dieses in Weiß gewandeten Mannes, der von den Wegen singt, die ihn das Leben gehen ließ.

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