Start

Schreibwolff-Magazin

Jan-Geert Wolff

Service

» Kleinkunst

High Five: Fünf Freunde und viele Noten

MAINZ – Ihre Vorbilder sind – das geben sie unumwunden zu – die Kölner „Wise Guys“. Die hat die junge A cappella-Formation „High Five“ anfangs noch munter gecovert. Aber da das auf Dauer keinen eigenen Stern am vokalen Himmel einbringt, besann man sich recht bald nach Gründung der Truppe darauf, eigene Lieder zu arrangieren. Dass auch diese in der Tradition der rheinischen Ikonen stehen, stört dabei gar nicht so sehr.

Ihr erstes Programm „Jetzt und hier“ stellte „High Five“ – Hannes Herrmann, Sebastian Hug, Jannis Kirchner, Lukas Luem und Ulrich Stoll – einem recht jungen Unterhaus-Publikum vor und begeistert die Freunde des gepflegten A cappella-Gesangs mit einem gelungenen Mix aus Gesang, witziger Moderation und natürlich Tanz, auch wenn dieser Aspekt bühnenbedingt sicherlich etwas abgespeckter als gewohnt daherkam.

Schon die erste Nummer überzeugt: Da stürmen eben nicht fünf Freunde drauf los, sondern Ulrich Stoll steht etwas linkisch auf der Bühne und traut sich, solistisch den Opener anzustimmen. Doch rasch gesellt sich ein Duopartner dazu, woraus ein Trio, ein Quartett und schließlich „High Five“ wird: Gut aufgelegt mit Beatbox und sonorem Bass legt das Quintett eine Homogenität an den Tag, die man in derart jungen Formationen nicht allzu oft antrifft: Hier darf jeder mal sozusagen den Cantus firmus intonieren.

Mit spürbarem Spaß an der größtmöglichen Perfektion singen die fünf Charming Boys (auf deutsch) von Freundschaft, vom femininen Shoppen-Zwang, Beziehungsstress und Entspannung, die sie am besten – und natürlich – im gemeinsamen Singen finden. Bei allem Witz ergänzen ernstere Songs, die erklären, das Geld nicht alles ist oder das Vermissen eines geliebten Menschen thematisieren, die gelungene Mixtur.

Ein großes Plus von „High Five“ ist, dass das Gewollte auch durchaus schon gekonnt klingt. Und dass sich hier fünf Stimmen mit jeweils ganz persönlicher Färbung gleichberechtigt zu einem melodischen Ganzen mit eigenem Stil fügen, ist wichtiges Ticket zu weiteren Erfolgen. Gruppen wie die „Wise Guys“ oder „Viva voce“ beweisen, wie beliebt A cappella ist. Auch wenn bei „High Five“ von manchem noch die Schulbank gedrückt wird, ist doch stark anzunehmen, dass auch diese Truppe keine musikalische Eintagsfliege bleibt – dafür lieben die fünf diesen „Job“ schon viel zu sehr. Und das hört man.

zurück