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Schreibwolff-Magazin

Jan-Geert Wolff

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Klassiker der Klassik

MAINZ – Mozart, Haydn, Beethoven. Diese Namen fallen mit Sicherheit, fragt man nach den „Klassikern“ der Klassik. Gleich zwei Mal widmen sich die Mainzer Meisterkonzerte in ihrer aktuellen Saison diesen Komponisten.

Den Auftakt hierzu machte jetzt die Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern unter der Leitung von Christoph Poppen. Im Gepäck hatte man die Noten zu Ludwig van Beethovens Ouvertüre „Die Weihe des Hauses“ op. 124, Joseph Haydns Sinfonie Nr. 104 und das d-moll-Klavierkonzert Nr. 20, KV 466 von Wolfgang Amadeus Mozart.

Hierfür durfte das Mainzer Publikum mit Lise de la Salle eine junge Solistin begrüßen, die von sich sagt: „Ich liebe es einfach, ganz in der Musik aufzugehen.“ Was das heißt, spürte man bereits vom ersten Ton an: Statt sich in den Vordergrund zu drängen, betrachtete sie den philharmonischen Klangkörper als gleichrangigen Partner.

Ernst und vom Moment inspiriert verschmolz de la Salle mit dem Klang des Orchesters, zeigte jedoch stets ansprechende Präsenz. In ihren Solokadenzen entzog die Pianistin ihrem Spiel alles Drängende und betörte mit eigenwilligen Tempi: Langsam schlichen sich die Melodien in ein Ritardando, um plötzlich im Accelerando wieder hervorzuschießen.

Die bestens aufgelegte Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern erwies sich im Klavierkonzert als einfühlsamer Sekundant, glänzte jedoch auch ihrerseits „solistisch“: Pompös und im ständigen Dialog zwischen himmlischer Ruhe und majestätischem Klang, getragenen Bögen und akzentuiertem Spiel ließ Dirigent Christoph Poppen die Beethoven-Ouvertüre musizieren und präsentierte somit eine formidable Eröffnung des Konzerts.

Nach Mozart wies man mit Haydn wieder in Richtung Beginn, da die 1795 entstandene 104. Sinfonie mit dem Beinamen „Salomon“ den Tonfall Beethovens vorwegnimmt: Das Stück beginnt mit hellen Streichereinwürfen, die die Künstler des Abends Seufzern gleich sanft intonierten. Poppen baute die Spannung dabei langsam auf, um jäh in übersprudelnder Musizierfreude zu münden. Mit seiner erhabenen Geste leitete das Andante gekonnt zum tänzerisch schwungvollen Menuetto über, das Poppen mit Eleganz zum burschikosen Humor des Schlusssatzes trieb.

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