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Schreibwolff-Magazin

Jan-Geert Wolff

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Glaube, Hoffnung und Liebe am Mittelrhein

BINGEN (1. Februar 2017). Was 2005 als optimistischer Versuchsballon auf den Weg gebracht wurde, hat sich zwölf Jahre später zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil der deutschen Festivalkultur entwickelt: RheinVokal – das Festival am Mittelrhein. Mit seinem Schwerpunkt auf der stimmlichen Darbietung hat es außerdem ein Alleinstellungsmerkmal, das jedes Jahr aufs Neue interpretiert wird. 2017 sind vom 30. Juni bis zum 20. August 17 Konzerte an 16 Spielstätten zu hören.

500 Jahre Reformation, das Jubiläum, das die evangelischen Christen in diesem Jahr feiern, hat die Festival-Dramaturgen dazu inspiriert, dies auch zu einem Programmschwerpunkt von RheinVokal zu machen. Dabei hat man sich bewusst nicht „auf eine Seite geschlagen“, sondern beiden Konfessionen Raum eingeräumt. So werden die Größen der lutherischen wie der katholischen Kirchenmusik in eigenen Programmen gewürdigt: unter anderem mit Werken der Bachfamilie und Georg Philipp Telemanns, dessen 250. Todestag die Musikwelt 2017 gedenkt, Wolfgang Amadeus Mozarts und Claudio Monteverdis, dessen 450. Geburtstag gefeiert wird. Dabei reicht die stilistische Vielfalt über mehrere Epochen und erreicht auch den französischen Mystiker Olivier Messiaen.

„Am Mittelrhein lernten Katholiken und Protestanten schon früh, miteinander auszukommen“, informiert das ansprechend und im handlichen DIN A5-Format gestaltete, 50-seitige Programm: So habe in Neuwied der Barockfürst einst religiöse Toleranz gestiftet und damit die Herrnhuter Brüdergemeinde in seine Stadt geholt; in deren Gemeindesaal wird der junge Bariton Tomáš Král mit dem Barockensemble Berlin und -oboist Michael Bosch Werke von Johann Sebastian Bach und Jan Dismas Zelenka interpretieren.

Das zweite Hauptthema des Festivals kreist um die Liebe: Nicht nur in Johann Adolph Hasses Oper „Antonius und Kleopatra“ unter der Leitung von Reinhard Goebel wird sie besungen werden, sondern auch in Liedern und Arien, darunter Franz Schuberts „Winterreise“ (mit Christoph Prégardien), Hector Berlioz‘ „Sommernächte“ (mit Juliane Banse) und Wiener Lieder von Schubert bis Alexander von Zemslinsky, dargeboten von Stefanie Irány (am Klavier Helmut Deutsch).

Weitere Gäste des Festivals sind unter anderem Klaus Mertens (Bassbariton), das Ensemble Correspondances, das Collegium Musicale Estland, das Ensemble Sollazzo, das Ensemble Odhecaton sowie die Lauttencompagney Berlin und das Ensemble La Reveuse.

Der Südwestrundfunk ist nicht nur mit seinen eigenen Klangkörpern beteiligt – dem SWR Symphonieorchester, dem SWR Vokalensemble und der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken Kaiserslautern –, sondern als Mitveranstalter von RheinVokal auch wichtiger Medienpartner, der die meisten Konzerte mitschneidet und später in seinen Radioprogrammen sendet sowie im Internet zur Verfügung stellt.

Weitere Informationen zum Festival und die Möglichkeit des Kartenkaufs finden sich im Internet unter http://www.rheinvokal.de.

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